Wer mit Scrum arbeitet, kennt das Problem: Ein Entwickler sagt, eine Aufgabe ist fertig. Ein anderer schaut drauf und sieht noch drei offene Punkte. Genau hier kommt die Definition of Done ins Spiel. Sie ist eine gemeinsame Vereinbarung im Team, die klar beschreibt, wann eine Aufgabe, eine User Story oder ein Increment wirklich als abgeschlossen gilt. Keine Interpretationsspielräume, keine Missverständnisse.
Die Definition of Done (kurz: DoD) ist eine der grundlegenden Projektmanagement-Methoden im Scrum-Framework. Sie sorgt dafür, dass alle Teammitglieder dasselbe Verständnis von „fertig“ haben. Das klingt simpel, hat aber enorme Auswirkungen auf Qualität, Transparenz und die Zusammenarbeit im Team.
Bestandteile einer guten Definition of Done
Eine gute DoD ist konkret, überprüfbar und für alle im Team verständlich. Sie enthält keine schwammigen Aussagen wie „der Code ist gut“ oder „die Funktion läuft irgendwie“. Stattdessen listet sie klare Kriterien auf, die objektiv nachvollzogen werden können.
Typische Bestandteile einer DoD im Softwarekontext sind:
- Code wurde geschrieben und in das Repository eingecheckt
- Unit Tests wurden erstellt und laufen erfolgreich durch
- Ein Code Review durch mindestens eine weitere Person wurde durchgeführt
- Dokumentation wurde aktualisiert
- Die Funktion wurde in der Testumgebung erfolgreich getestet
- Keine bekannten kritischen Fehler sind offen
Wichtig ist, dass die DoD vom gesamten Team gemeinsam erarbeitet wird, nicht vom Scrum Master oder Product Owner allein. Nur wenn alle dahinterstehen, wird sie auch im Alltag wirklich gelebt. Je nach Kontext und Branche können die Kriterien stark variieren. Ein Bauprojekt braucht eine andere DoD als ein agiles Softwareteam.
Plane jetzt Projekte mit deinem Team ganz digital, schnell und unkompliziert mit einem Tool, dass dir bei allen Projekten hilft.Kostenlos testenDefinition of Done vs. Akzeptanzkriterien
Diese beiden Begriffe werden oft verwechselt, meinen aber unterschiedliche Dinge. Die Definition of Done gilt für alle Aufgaben im Projekt gleichermaßen. Akzeptanzkriterien hingegen sind spezifisch für eine einzelne User Story.
Ein Beispiel: Die DoD schreibt vor, dass jede Story getestet und dokumentiert sein muss. Die Akzeptanzkriterien einer konkreten Story könnten lauten: „Als Nutzer kann ich mein Passwort zurücksetzen und erhalte dabei eine Bestätigungs-E-Mail.“ Die DoD beschreibt also den allgemeinen Qualitätsstandard, während Akzeptanzkriterien den fachlichen Inhalt einer Story definieren.
Eine Story gilt erst dann als erledigt, wenn sie beide Hürden genommen hat: Die Akzeptanzkriterien sind erfüllt und alle Punkte der DoD sind abgehakt. Das ist ein wichtiger Unterschied, den Teams im agilen Projektmanagement verinnerlichen sollten.
So wird die DoD im Scrum-Alltag angewendet
Die DoD ist kein Dokument, das einmal erstellt und dann vergessen wird. Im Sprint-Alltag ist sie ein aktives Arbeitsmittel, das bei jedem Aufgaben-Review zur Hand genommen wird.
Konkret sieht das so aus: Bevor ein Entwickler eine Story in den Status „Done“ verschiebt, geht er die DoD Punkt für Punkt durch. Im Sprint Review zeigt das Team nur Funktionen, die die DoD vollständig erfüllen. Alles andere gilt als nicht fertig und kommt zurück ins Backlog. Das klingt streng, schützt aber vor dem klassischen „90-Prozent-fertig-Problem“, bei dem Aufgaben ewig im Schwebezustand hängen.
Auch im Daily Standup spielt die DoD eine Rolle: Wenn jemand sagt, er sei fast fertig, lohnt sich die Nachfrage, welche Punkte der DoD noch offen sind. Das macht den tatsächlichen Fortschritt transparent und hilft dem Team, realistisch zu planen.
Häufige Fehler bei der Definition of Done
Selbst erfahrene Teams tappen bei der DoD in typische Fallen. Der häufigste Fehler ist eine DoD, die zu vage formuliert ist. Kriterien wie „der Code ist sauber“ oder „die Story ist getestet“ sagen nichts Konkretes aus und lassen zu viel Interpretationsspielraum.
Weitere häufige Fehler sind:
- Die DoD wird nicht konsequent eingehalten. Unter Zeitdruck werden Punkte übersprungen, was langfristig zu technischen Schulden führt.
- Die DoD ist zu lang und unrealistisch. Wenn die Liste 20 Punkte umfasst, die in der Praxis nie alle erfüllt werden, verliert sie ihre Wirkung.
- Das Team wurde nicht einbezogen. Eine DoD, die von oben vorgegeben wird, wird selten mit Überzeugung gelebt.
- Die DoD wird nie aktualisiert. Teams entwickeln sich weiter, Prozesse ändern sich. Eine DoD von vor zwei Jahren passt vielleicht nicht mehr zur aktuellen Arbeitsweise.
Der Schlüssel liegt darin, die DoD als lebendiges Dokument zu behandeln, nicht als bürokratisches Pflichtfeld. Sie sollte das Team unterstützen, nicht ausbremsen.
Definition of Done weiterentwickeln und pflegen
Eine DoD, die nicht regelmäßig überprüft wird, verliert mit der Zeit an Relevanz. Teams wachsen, Technologien ändern sich, neue Qualitätsstandards kommen hinzu. Deshalb gehört die Pflege der DoD fest in den Sprint-Rhythmus.
Die Sprint Retrospektive ist der ideale Moment dafür. Das Team fragt sich: Haben alle Punkte der DoD in diesem Sprint ihren Zweck erfüllt? Gibt es Kriterien, die wir ergänzen sollten? Gibt es Punkte, die in der Praxis nicht funktionieren? So entwickelt sich die DoD organisch weiter und bleibt ein nützliches Werkzeug statt einer lästigen Checkliste.
Manche Teams unterscheiden außerdem zwischen einer Team-DoD und einer Organisations-DoD. Während die Team-DoD spezifisch für ein Scrum-Team gilt, legt die Organisations-DoD übergreifende Standards fest, die für alle Teams gelten. Das ist besonders in größeren Unternehmen mit mehreren Scrum-Teams relevant und hilft dabei, konsistente Qualität über Teamgrenzen hinweg sicherzustellen.
Plane jetzt Projekte mit deinem Team ganz digital, schnell und unkompliziert mit einem Tool, dass dir bei allen Projekten hilft.Kostenlos testenSo unterstützt smenso deine Definition of Done im Projektalltag
Wir bei smenso wissen, dass eine gute DoD nur dann wirkt, wenn sie auch im täglichen Arbeitsfluss sichtbar und zugänglich ist. Unsere Projektmanagement-Plattform macht genau das möglich:
- Benutzerdefinierte Felder und Checklisten: Hinterlege deine DoD-Kriterien direkt an Aufgaben und Stories, sodass kein Punkt vergessen wird.
- Ansichten und Dashboards: Behalte den Überblick, welche Aufgaben die DoD erfüllen und welche noch offen sind, auf einen Blick.
- Workflows und Genehmigungen: Stelle sicher, dass eine Aufgabe nur dann als „Done“ markiert werden kann, wenn alle relevanten Schritte abgeschlossen sind.
- Teamkommunikation direkt an der Aufgabe: Kommentare, Status-Updates und Dateien an einem Ort, damit alle immer auf dem gleichen Stand sind.
- DSGVO-konform und made in Germany: Sicher, verlässlich und ohne Kompromisse beim Datenschutz.
Ob du ein kleines agiles Team führst oder mehrere Scrum-Teams koordinierst: smenso passt sich deinen Prozessen an, nicht umgekehrt. Schau dir an, wie Projektmanagement mit smenso in der Praxis aussieht, oder melde dich bei uns, wenn du Fragen hast. Wir helfen dir gerne dabei, deine DoD und deine Sprints effektiver zu gestalten.
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